Irland 2008 – Teil 9: Freilichtmuseum

Auf dem Weg nach Killarney machen wir noch einen längeren Zwischenstopp im Freilichtmuseum „Bunratty Folk Park“. Große Erwartungen hatten wir an den Park nicht – im Grunde genommen ist es doch „nur“ wieder eine der typischen Touristenattraktionen in Busreichweite von Dublin. So waren wir dann doch positiv überrascht: das Freilichtmuseum zählt bestimmt zu den schöneren seiner Art. Es zeigt in erster Linie Häuser und Höfe aus dem 19. Jahrhundert, meist Orginalbauten, die an Ort und Stelle wieder aufgebaut wurden. Sehr interessant und informativ gemacht. Auch die Straßen und Gärten laden zum Träumen ein. Hier scheint man wirklich in die Welt von Heinrich Böll einzutauchen. Neben vielen Bauernhäusern ist auch – eher selten in Freilichtmuseen – eine komplette Dorfstraße nachgebildet, mit Pub, Arzt, Reihenhaus, Kramerladen, Post, Pfandleiher und und und.
Interessant war auch – zumindest dem Anschein der Häuser von außen nach: viel Unterschied zur Hauptstraße der meisten „modernen“ Dörfer von Irland gibt es nicht. Irgendwie scheint an manchen Orten in Irland halt wirklich die Zeit stehen geblieben zu sein.
Freilichtmuseum - IFreilichtmuseum - IIFreilichtmuseum - III

Ein weiteres Highlight in diesem Freilichtmuseum ist natürlich Bunratty Castle selbst. Es ist wieder eines der typischen Turmhäuser – in diesem Fall jedoch möbliert mit vielen Möbelstücken aus dem Mittelalter. Das macht das Turmhaus zusammen mit den vielen verwinkelten Treppen, Stiegen und verstecken Kammern zu einem echten Erlebnis. Hier wird das Mittelalter lebendig.
Burg - IBurg - IIBurg - III
Passend zum Flair in Burnatty Castle, ging es am selben Abend noch nach Killarney ins Earls Court-Hotel. Dieses Hotel wurde dann für zwei Tage der Ausgangspunkt unserer Ausflüge auf die Dingle-Halbinsel. Dazu aber mehr im nächsten Teil.
Hotel - IHotel - IIHotel - III

4 Comments

  • Madonha 12. Dezember 2008 at 23:44

    Uns hat der Besuch des Bunratty-Castle & Folkpark auch sehr zugesagt.
    Dass die Uhren in Irland etwas langsamer ticken, macht sicherlich einen großen Teil seines Charmes aus.

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  • Ro 13. Dezember 2008 at 10:27

    Die Uhren ticken langsamer in Irland – was aber nicht heißt, dass es rückständig zugeht. In erster Linie sind es wohl die Menschen, die das Leben viel bewusster leben, als wir es in unserem „korrekten“, „geschäftigen“, „wachstumsorientierten“ Deutschland gewohnt sind.

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  • Conny 14. Dezember 2008 at 08:50

    Das ist wohl eine Erfahrung, die man oft im außerdeutschen Ausland machen muss. Manu und ich haben uns gestern auch erst wieder darüber unterhalten wie höflich, freundlich, offen und kommunikativ die Australier doch immer wieder sind. Es wir sich für alles entschuldigt, selbst wenn man gar nichts dafür kann, einfach weil es einem leid tut, dem Gegenüber diese Antwort geben zu müssen, man entschuldigt sich, wenn man jemanden aus Versehen anrempelt und vieles mehr, mir fallen gerade keine weiteren Beispiele ein. Jedenfalls sind wir bei der Überlegung woran es wohl liegen mag, dass das in Deutschland nicht so ist, zu dem Schluß gekommen, dass Höflichkeit und Freundlichkeit einfach Zeit kosten. Und das lässt sich wohl schlecht mit dem leistungsorientierten oder wie du sagst wachstumsorientierten Deutschland vereinen…

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  • Ro 14. Dezember 2008 at 13:46

    @Conny: wobei es auch in Deutschland Unterschiede gibt. So find‘ ich die Leute in den ländlichen Gegenden von Bayern teilweise schon sehr freundliche. Auch über die Kölner Gegend war ich sehr überrascht ob der Warmherzigkeit. Die Schwaben sind dagegen ja richtige „Stoffel“ …

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